Ratgeber

Was ein 3D-Modell aus zwölf Bohrungen zeigen kann

Ein Dutzend Bohrungen ist zu wenig für eine Ressourcenschätzung und genug für ein nützliches 3D-Modell, sofern das Modell zeigt, was bekannt ist und was nicht.

Was zwölf Bohrungen sind

Zwölf Bohrungen von je 250 m sind drei Kilometer Bohrkern durch ein Gesteinsvolumen, das einen Kubikkilometer oder mehr umfassen kann. Jede Bohrung ist eine Linie. Zwischen den Linien ist alles abgeleitet. Ein 3D-Modell ist in dieser Phase daher überwiegend Interpretation, die an wenigen Stellen durch Messungen gestützt wird, und sein Nutzen hängt davon ab, dass beides unterscheidbar bleibt.

Was es zeigen kann

  • Die Daten in ihrer wirklichen Geometrie. Bohrungen, die von verschiedenen Bohrplätzen in verschiedenen Winkeln abgeteuft wurden, lassen sich auf Papierprofilen schwer vergleichen. In 3D können Abschnitte, die unverbunden wirkten, auf einer Fläche liegen, und Abschnitte, die durchgehend wirkten, können sich als Teile verschiedener Strukturen erweisen.
  • Ob eine Interpretation möglich ist. Eine vermutete Störung, ein Kontakt oder eine mineralisierte Zone lässt sich als Fläche zeichnen und an jeder Bohrung prüfen. Interpretationen, die der Geologie zwischen den Bohrungen Unmögliches abverlangen, fallen schnell auf.
  • Mehr als eine Interpretation. Wenige Daten lassen selten nur eine Lesart zu. Zwei oder drei ausdrücklich gebaute Alternativen zeigen, welche Bohrungen zwischen ihnen entscheiden würden.
  • Andere Datensätze im selben Raum. Gelände, Oberflächenkartierung, Bodengeochemie und geophysikalische Profile oder Inversionen lassen sich zusammen mit den Bohrungen darstellen. Eine Aufladbarkeitsanomalie, an der die Bohrungen vorbeigingen, oder eine kartierte Struktur, die keine von ihnen getestet hat, wird offensichtlich.
  • Wo keine Daten sind. Das ungetestete Volumen ist so wichtig wie das getestete. Ein Modell kann zeigen, wie weit jeder Punkt von der nächsten Probe entfernt ist.
  • Die nächsten Bohrungen. Geplante Ansatzpunkte, Azimute und Neigungen lassen sich gegen das Gelände, die vorhandenen Bohrungen und die Flächen prüfen, die sie durchteufen sollen.

Was es nicht zeigen kann

  • Den Gehalt zwischen den Bohrungen. Um Gehalte abseits der Proben zu schätzen, muss man wissen, wie schnell sich der Gehalt mit der Entfernung ändert. Das wird aus vielen Probenpaaren in vielen Abständen gemessen, und zwölf Bohrungen liefern sie nicht in den Richtungen, auf die es ankommt.
  • Ein Blockmodell, das den Namen verdient. Software erzeugt eines aus jeder Eingabe. Aus wenigen Daten gefüllt, spiegelt es eher die Interpolationseinstellungen als die Lagerstätte.
  • Eine Tonnage. Man kann ein Volumen um die Durchörterungen zeichnen und mit einer Dichte multiplizieren, aber das Ergebnis hängt fast ganz davon ab, wo der Bearbeiter aufgehört hat. Das stützt höchstens eine konzeptionelle Spanne, wie in Explorationsziel und Mineralressource erklärt.
  • Kontinuität. Zwei Durchörterungen in 200 m Abstand können ein Körper sein oder zwei. Das Modell kann beide Fälle zeigen; wählen kann es nicht.

Explizite und implizite Modellierung

Geologische Flächen lassen sich auf zwei Arten bauen. Bei der expliziten Modellierung digitalisiert ein Geologe Umrisse auf Profilen und verbindet sie. Bei der impliziten Modellierung wird eine mathematische Funktion durch die Kontaktpunkte und Orientierungsmessungen gelegt, und die Flächen werden aus ihr abgeleitet.

Die implizite Modellierung ist schnell und wiederholbar und aktualisiert sich, wenn eine Bohrung hinzukommt. Bei wenigen Daten hat sie eine bekannte Schwäche: Sie liefert immer eine glatte, vollständige, überzeugende Fläche, ob die Daten sie stützen oder nicht. Bei zwölf Bohrungen müssen die Strukturmessungen und das Urteil des Geologen das Ergebnis lenken, und das Modell ist als eines von mehreren zu lesen, die passen.

Wie man ein Modell der Frühphase beurteilt

  • Ist erkennbar, welche Teile gemessen und welche interpretiert sind?
  • Berücksichtigt es jede Bohrung, auch die, die nicht zur bevorzugten Deutung passen?
  • Werden alternative Interpretationen gezeigt, wo die Daten sie zulassen?
  • Steht der Detailgrad im Verhältnis zu den Daten, oder sieht es aus wie ein Bergwerksmodell?
  • Können die Personen, die es sehen müssen, es auch öffnen?

Wo das hingehört

Gossan baut Modelle dieser Art als zweckgerechtes 3D-Modell: so detailliert, wie die Daten es stützen, und nicht weiter, zu öffnen im Browser. Kommen Bohrungen hinzu, wird dasselbe Modell über Aktualisierungen nach Bedarf neu aufgebaut.

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