Ratgeber

Explorationsziel und Mineralressource

Beide werden in Tonnen und Gehalt ausgedrückt und oft verwechselt. Das eine ist eine konzeptionelle Spanne, die weitere Arbeiten begründet. Das andere ist eine klassifizierte Schätzung, auf der Wirtschaftlichkeitsstudien aufbauen können. Die Berichtsstandards halten sie streng auseinander.

Warum es die Unterscheidung gibt

Die Berichtsstandards für Rohstoffprojekte entstanden, nachdem Anleger mit Tonnageangaben Geld verloren hatten, hinter denen wenig stand. Die an den wichtigsten Börsen verwendeten Standards, der JORC Code in Australasien und das National Instrument 43-101 mit den CIM Definition Standards in Kanada, legen fest, welche Begriffe für welchen Kenntnisstand verwendet werden dürfen und wer sie unterzeichnen darf. Sie gehören zu einer Familie aufeinander abgestimmter nationaler Standards, sodass die folgende Logik breit gilt, auch wo die Formulierungen abweichen.

Was ein Explorationsziel ist

Der JORC Code definiert ein Explorationsziel (Exploration Target) als Aussage oder Schätzung zum Explorationspotenzial einer Minerallagerstätte in einem definierten geologischen Umfeld, angegeben als Spanne von Tonnen und als Spanne des Gehalts, für eine Mineralisierung, die noch nicht ausreichend exploriert ist, um eine Mineralressource (Mineral Resource) zu schätzen.

NI 43-101 verwendet nicht denselben Begriff, erlaubt aber dasselbe: die Angabe der möglichen Menge und des möglichen Gehalts eines Ziels für weitere Exploration, sofern sie als Spannen ausgedrückt und von der Erklärung begleitet wird, dass die Zahlen konzeptionell sind, dass die Exploration nicht ausreicht, um eine Mineralressource zu definieren, und dass ungewiss ist, ob weitere Exploration zu einer solchen führt.

Daraus folgen drei Merkmale. Die Zahlen sind immer Spannen, nie Einzelwerte. Ihre Grundlage muss erklärt werden: auf welchen Bohrungen, Proben oder geophysikalischen Daten sie beruhen. Und sie dürfen nicht wie Ressourcen dargestellt oder zu Ressourcen addiert werden.

Was eine Mineralressource ist

Eine Mineralressource ist eine Anreicherung von Material im Untergrund mit begründeten Aussichten auf eine spätere wirtschaftliche Gewinnung, deren Lage, Menge, Gehalt und Kontinuität aus konkreten geologischen Belegen einschließlich Beprobung geschätzt werden. Sie wird nach dem Vertrauensgrad klassifiziert:

  • Vermutet (Inferred): Menge und Gehalt sind aus begrenzten Belegen geschätzt; die Kontinuität wird angenommen, ist aber nicht nachgewiesen.
  • Angezeigt (Indicated): Die Belege reichen aus, um Kontinuität anzunehmen und eine Abbauplanung zu stützen.
  • Gemessen (Measured): Die Belege reichen aus, um die Kontinuität zu bestätigen.

Eine Ressourcenschätzung wird von einer sachkundigen Person (Competent Person, JORC) oder einer qualifizierten Person (Qualified Person, NI 43-101) oder unter deren Aufsicht erstellt: einer Fachperson mit definierter Erfahrung und Mitgliedschaft in einer anerkannten Berufsorganisation, die persönlich die Verantwortung dafür übernimmt. Eine Mineralreserve ist ein weiterer Schritt, der wirtschaftlich gewinnbare Teil der angezeigten und gemessenen Ressourcen, nachgewiesen durch mindestens eine Vormachbarkeitsstudie.

Im Vergleich

ExplorationszielMineralressource
StatusKonzeptionellGeschätzt und klassifiziert
Angegeben alsSpannen von Tonnen und GehaltTonnen und Gehalt je Kategorie
DatengrundlageZu gering für eine RessourcenschätzungAusreichend, um Kontinuität zu schätzen oder anzunehmen
Wirtschaftliche PrüfungKeineBegründete Aussichten auf eine spätere wirtschaftliche Gewinnung
VerwendungWeitere Exploration begründen und lenkenGrundlage für Wirtschaftlichkeitsstudien; öffentliche Berichterstattung
VeröffentlichungNur mit den vorgeschriebenen WarnhinweisenIn der Verantwortung einer qualifizierten oder sachkundigen Person

Warum Spannen trotzdem nützlich sind

Ein Projekt mit zwanzig Bohrungen hat keine Ressource und trotzdem Entscheidungen zu treffen: ob weiter gebohrt wird, wie man die Chance einem Partner beschreibt, welche von zwei Zonen die nächste Finanzierungsrunde verdient. Eine konzeptionelle Spanne beantwortet diese Fragen besser als Schweigen und weit besser als eine einzelne optimistische Zahl. Ihre Breite zeigt, wie viel unbekannt ist, und ihre Reaktion auf zusätzliche Bohrungen zeigt, was das nächste Programm wert ist.

Die Disziplin liegt im Umgang damit. Der niedrige und der hohe Fall sollten aus offengelegten Annahmen hervorgehen, idealerweise aus mehr als einer geologischen Interpretation. Das Dokument sollte sagen, worauf die Spanne beruht und was sie verändern würde.

Wo die Arbeit von Gossan steht

Die von Gossan erarbeiteten Tonnage-, Gehalts- und Wahrscheinlichkeitsangaben sind konzeptionell. Sie sind Entscheidungsunterstützung, keine Schätzungen von Mineralressourcen oder Mineralreserven nach NI 43-101 oder JORC, und ihre Veröffentlichung erfordert die Freigabe durch eine qualifizierte Person.

Unsere Erstbewertung des Abbaupotenzials liefert Spannen dieser konzeptionellen Art für interne Entscheidungen und vertrauliche Gespräche, zusammen mit den Bohrungen, die sie einengen würden. Nähert sich ein Projekt der Datendichte, die eine Ressource braucht, gehört die Schätzung in die Hände einer qualifizierten Person, und eine saubere, validierte Datenbank ist das Nützlichste, was man übergeben kann.

Diese Seite ist eine allgemeine Erklärung, keine Rechts- oder Regulierungsberatung. Maßgeblich sind die Standards selbst und die Regeln Ihrer Börse.

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